Stabat Mater

 

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Stabat Mater

Zwei selten gehörte Stabat Mater in einem grossen Chorkonzert - zusammen mit dem Cellisten Julius Berger, einem Vokalsolisten-Ensemble und einer barocken Continuo Gruppe

Werke

Domenico Scarlatti (1685-1757) Stabat Mater für 10-stimmigen Chor, Soli und Basso Continuo
Knut Nystedt (geb.1915) Stabat Mater für Chor und Violoncello Solo
Max Reger (1873-1916) Solosuite für Violoncello Solo in d-moll Opus 131c

Was ist ein Stabat Mater? Hier erfahren Sie mehr darüber.
Die Verse des Stabat Mater und eine präzise Übersetzung sehen Sie hier.

Leitung

Michael Gohl

Mitwirkende

Violoncello Solo: Julius Berger
Vokalsolisten: Sarah Maeder, Dubravka Stojan, Lisa van Berkel, Regula Zimmerli, Anne Carl, Susanne Mathys,
Raphaël Favre, Thomas Fluor, Dieter Studer, Andreas Pfister
Continuo Gruppe: Käthi Gohl Moser (Barockcello),Yasunori Imamura (Laute und Theorbe), Christine Otto (Violone), Ieva Saliete (Continuo)
Chor: Laudate Chor Zürich

Aufführungen

Samstag, 5. Juni 2004, 19.30 Uhr Fraumünster Zürich
Sonntag, 6. Juni 2004, 17.00 Uhr Klosterkirche St. Urban

Geleitwort

Liebe Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher

Diesen Frühsommer wartet der Laudate Chor mit zwei Perlen geistlicher Chormusik auf: erklingen wird zwei Mal ein und derselbe Text – ein Stabat Mater – jedoch in zwei ganz verschiedenen Ausprägungen.

Seit Jahrhunderten fühlten sich zahlreiche Komponisten von der hochmittelalterlichen Marienklage, einem Reimgebet zur persönlichen Betrachtung, zur Vertonung angeregt. Erwähnt seien lediglich Palaestrina, der todkranke Pergolesi (1736), der junge Haydn (1767), Boccherini, Rossini, Dvorak (1876) und Verdi (1896).

Der 1915 in der Nähe Oslos geborene Lutheraner Knut Nystedt schrieb sein Werk 1968 für gemischten Chor und Violoncello solo; es erklang erstmals 1987 an den Musikfestwochen von Alesund. Seine klagende Chorpartie, streng homophon deklamierend, hält sich, gleichsam entrückt, bald chromatisch, bald pentatonisch in eigenartiger Schwebe und tönt wie durch einen Schleier hindurch. Sämtliche Emotionen hingegen sind dem Soloinstrument übertragen, das in weit ausgreifenden melodischen Bögen alle Lagen des Schmerzes erklimmt.

Es ist uns eine große Ehre, dass der berühmte Augsburger Solocellist Julius Berger sich dieses Parts annimmt. Als Interludium wird er auch die drei Sätze der 2. Solosuite von Max Reger in d-moll interpretieren. Der Frühverstorbene hat im Herbst 1914 in Meinigen sein Op. 131 c unter dem bedrückenden Erlebnis des ausbrechenden Weltkriegs verfasst und seinem Freund, dem bekannten Cellisten Hugo Becker, zugeeignet. Kurz vor seinem Tod erscheinen dem exzessiven Spätromantiker die lichte Klarheit und Reinheit von Mozarts und Bachs Werken als Inbegriff aller Musik. So haucht er alten Formen nochmals neues Leben ein.

Der junge Domenico Scarlatti, nachmalig berühmt für seine in Spanien entstandenen Klaviersonaten, hat vermutlich vor seiner Ausreise nach Portugal sein Stabat mater in Neapel noch unter Vater Alessandros Augen in streng altitalienischem Kirchenstil geschrieben. Ein berückender zehnstimmiger Chorsatz, von einer Continuo-Gruppe begleitet und im Sinne des barocken konzertanten Prinzips teilweise von Solostimmen vorgetragen, entfaltet filigran Bild um Bild der trauernden Gottesmutter bis in tiefste Seelenabgründe hinab und rührt im Zuhörer innigstes Mitgefühl mit ihr auf. Diese Vertonung ist Scarlattis Meisterwerk innerhalb der Chorliteratur: packende Dramatik vereint mit lyrischer Anmut lassen sie als eine der großen architektonischen Musikschöpfungen des frühen 18. Jahrhunderts erscheinen.

Wir wünschen Ihnen besinnliche Konzerte im Fraumünster Zürich oder in St. Urban und freuen uns auf Ihren zahlreichen Besuch.

Impressum

©opyleft Monday 16. Dec 2002, 12:00, by Daniel Schönenberger <dsbg@laudate.ch>
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