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Stabat Mater
Zwei selten gehörte Stabat Mater in einem grossen Chorkonzert - zusammen
mit dem Cellisten Julius Berger, einem Vokalsolisten-Ensemble und einer
barocken Continuo Gruppe
Werke
Was ist ein Stabat Mater? Hier erfahren Sie mehr darüber.
Die Verse des Stabat Mater und eine präzise Übersetzung sehen Sie hier.
Leitung
Michael Gohl
Mitwirkende
| Violoncello Solo: |
Julius
Berger |
| Vokalsolisten: |
Sarah Maeder, Dubravka Stojan, Lisa van Berkel, Regula Zimmerli, Anne Carl, Susanne Mathys, Raphaël
Favre, Thomas Fluor, Dieter Studer, Andreas Pfister |
| Continuo Gruppe: |
Käthi Gohl Moser (Barockcello),Yasunori Imamura (Laute und Theorbe), Christine Otto (Violone), Ieva Saliete (Continuo) |
| Chor: |
Laudate Chor Zürich |
Aufführungen
Samstag, 5. Juni 2004, 19.30 Uhr Fraumünster Zürich
Sonntag, 6. Juni 2004, 17.00 Uhr Klosterkirche St. Urban
Geleitwort
Liebe Konzertbesucherinnen und Konzertbesucher
Diesen Frühsommer wartet der Laudate Chor mit zwei Perlen geistlicher
Chormusik auf: erklingen wird zwei Mal ein und derselbe Text – ein Stabat
Mater – jedoch in zwei ganz verschiedenen Ausprägungen.
Seit Jahrhunderten fühlten sich zahlreiche Komponisten von der hochmittelalterlichen
Marienklage, einem Reimgebet zur persönlichen Betrachtung, zur Vertonung
angeregt. Erwähnt seien lediglich Palaestrina, der todkranke Pergolesi
(1736), der junge Haydn (1767), Boccherini, Rossini, Dvorak (1876) und
Verdi (1896).
Der 1915 in der Nähe Oslos geborene Lutheraner Knut Nystedt
schrieb sein Werk 1968 für gemischten Chor und Violoncello solo;
es erklang erstmals 1987 an den Musikfestwochen von Alesund. Seine klagende
Chorpartie, streng homophon deklamierend, hält sich, gleichsam entrückt,
bald chromatisch, bald pentatonisch in eigenartiger Schwebe und tönt
wie durch einen Schleier hindurch. Sämtliche Emotionen hingegen sind
dem Soloinstrument übertragen, das in weit ausgreifenden melodischen
Bögen alle Lagen des Schmerzes erklimmt.
Es ist uns eine große Ehre, dass der berühmte Augsburger Solocellist
Julius Berger sich dieses Parts annimmt. Als Interludium
wird er auch die drei Sätze der 2. Solosuite von Max Reger
in d-moll interpretieren. Der Frühverstorbene hat im Herbst 1914
in Meinigen sein Op. 131 c unter dem bedrückenden Erlebnis des ausbrechenden
Weltkriegs verfasst und seinem Freund, dem bekannten Cellisten Hugo Becker,
zugeeignet. Kurz vor seinem Tod erscheinen dem exzessiven Spätromantiker
die lichte Klarheit und Reinheit von Mozarts und Bachs Werken als Inbegriff
aller Musik. So haucht er alten Formen nochmals neues Leben ein.
Der junge Domenico Scarlatti, nachmalig berühmt
für seine in Spanien entstandenen Klaviersonaten, hat vermutlich vor seiner
Ausreise nach Portugal sein Stabat mater in Neapel noch unter Vater Alessandros
Augen in streng altitalienischem Kirchenstil geschrieben. Ein berückender
zehnstimmiger Chorsatz, von einer Continuo-Gruppe begleitet und im Sinne
des barocken konzertanten Prinzips teilweise von Solostimmen vorgetragen,
entfaltet filigran Bild um Bild der trauernden Gottesmutter bis in tiefste
Seelenabgründe hinab und rührt im Zuhörer innigstes Mitgefühl
mit ihr auf. Diese Vertonung ist Scarlattis Meisterwerk innerhalb der
Chorliteratur: packende Dramatik vereint mit lyrischer Anmut lassen sie
als eine der großen architektonischen Musikschöpfungen des frühen
18. Jahrhunderts erscheinen.
Wir wünschen Ihnen besinnliche Konzerte im Fraumünster Zürich
oder in St. Urban und freuen uns auf Ihren zahlreichen Besuch.
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